Liebe Schwestern und Brüder in Christo,
die low season geht so langsam ihrem Ende entgegen, man merkt, es ist wieder mehr Bewegung in der ganzen Stadt. Die ersten Zugvögel sind auch bei uns im Begegnungszentrum Pattaya wieder wohlbehalten eingetroffen und auch die Teilnehmerzahlen unserer ohnehin gut besuchten Gottesdienste haben deutlich zugenommen. In der etwas ruhigeren “Sommerpause” haben sich auch einige unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter eine wohlverdiente Auszeit gegönnt. Das Programmangebot wird in Bälde wieder umfangreicher werden, Bibelkreis und Konfirmandenunterricht beginnen Mitte September. Auch unsere beliebten Abendveranstaltungen sind geplant und terminiert, das Ausflugsprogramm beginnt wie jedes Jahr im Dezember mit der Bootstour auf dem Menam Chao Phraya und dem Besuch des Wat Aruns. Vier weitere Tagestouren folgen dann im Januar und Februar 2027 u.a. nach Ayutthaya, Chachoengsao und Rayong.
Wir freuen uns gemeinsam mit euch auf eine abwechslungsreiche und spannende Saison 2026/27 und wünschen allen Zugvögeln, die in den nächsten Wochen einfliegen werden, eine gute und problemlose Anreise. Allen eine gesegnete Zeit, bleibt stabil und behütet,
ihr und euer Pastor Peter
Pastor Peter hat im August eine der beliebten Strandtrauungen durchgeführt. Begleitet von Familienangehörigen und Freunden gaben sich Tim und Jacqueline in romantischer Atmosphäre das Ja-Wort. Bei Interesse an Trauungen bzw. Erneuerungen des Ehegelöbnisses in unserer ökumenisch ausgerichteten Evangelischen Gemeinde in Pattaya bitte eine E-Mail an pastor.peter@egpattaya.com. Einen Videomitschnitt - ein herzliches Vergelt’s Gott an Mike Klissner! - der Trauung könnt ihr auf der Website des Begegnungszentrums Pattaya sehen.
Unser langjähriges Gemeindemitglied Volker feierte seinen 90.
Im Kreise illustrer Gäste feierte unser Volker seinen 90. Geburtstag mit einem erlesenen Buffet verschiedener hors d’oeuvres sowie einem anschließenden Diner a la carte. Pastor Peter dankte dem langjährigen Förderer der Evangelischen Gemeinde für sein Engagement und für eine weitere generöse Spende und wünschte dem Geburtstagskind noch viele weitere Jahre bei guter Gesundheit und anhaltender Lebensfreude. Die nächsten beiden Generationen der Familie waren in persona seines Sohnes Nikolai mit Gattin Anna, sowie den Enkelkindern Ernst und Sophia ebenfalls dabei.
Das waren unsere Gottesdienste im August 2026
Unsere kommenden Gottesdienst im September 2026
Humor I
Die erste Predigt. Ein Pfarrer hatte vor seiner ersten Predigt sehr großes Lampenfieber. Er fragte deshalb den Apotheker, was er dagegen tun könne. Dieser riet ihm, vor dem Spiegel zu üben und zur Beruhigung immer dann einen Schnaps zu trinken, wenn er das Zittern bekäme. Nachdem der Pfarrer siebzehn Mal gezittert hatte, bestieg er die Kanzel. Nach Beendigung der Predigt verließ der Pfarrer unter anhaltendem Beifall die Kanzel und befragte den Apotheker, was er von seiner ersten Predigt gehalten habe. Dieser lobte ihn, erklärte aber, dass er einige Fehler begangen habe. 1. Kain hat Abel nicht mit der M.P. erschossen, sondern ihn erschlagen. 2. Dann heißt es nicht „Berghotel“, sondern „Bergpredigt“. 3. Auch ist Jesus nicht auf der Kreuzung überfahren worden, sondern man hat ihn ans Kreuz geschlagen. 4. Ferner opferte Gott nicht seinen Sohn den Eingeborenen, sondern seinen eingeborenen Sohn. 5. Dann war das nicht der warmherzige Bernhardiner, sondern der barmherzige Samariter. 6. Es heißt auch nicht „Suche mich nicht in der Unterführung“, sondern „führe mich nicht in Versuchung“. 7. Weiter heißt es nicht dem Hammel sein Ding, sondern dem Himmel sei Dank. 8. Es heißt auch nicht „Jesus, meine Kuh frisst nicht“, sondern „Jesus meine Zuversicht“. 9. Und dann am Schluss heißt es nicht Prost, sondern Amen.
Humor II
Ein Pfarrer und ein Busfahrer warten vor der Himmelstür. Als Petrus die Pforte öffnet, lässt er nur den Busfahrer hinein. “Aus welchem Grund darf ich nicht hinein?”, fragt der Pfarrer. Da antwortet Petrus: “Wenn Du gepredigt hast, haben die Leute geschlafen. Doch wenn er gefahren ist, haben die Leute gebetet.”
Vom Birnendieb zum Kirchenvater
Augustinus war einer der einflussreichsten Theologen und Philosophen der Spätantike: Seine Werke prägten das abendländische Denken und gaben einen entscheidenden Anstoß für die Reformation. Sein Lebensweg aber war alles andere als geradlinig.
“Bitte, lieber Gott, hilf mir, dass ich in der Schule keine Schläge bekomme!“ So betete der Abc-Schütze Augustinus vor dem Schlafen. Doch Gott half dem Faulpelz nicht, der lieber herumtollte, als seine Hausaufgaben zu machen. Wütend musste er erfahren, dass ihn die Eltern auslachten, sooft er nach einer Tracht Prügel weinend nach Hause kam. Den Erwachsenen war es ja nicht anders ergangen: Schläge gehörten in der Antike zum Schulalltag. Erst als der Grammatiklehrer mit den Schülern Vergils „Aeneis“ las, platzte bei Augustinus der Knoten. Begeistert lernte er Szenen des Gedichts über die Vorgeschichte Roms auswendig und durfte bei Klassenfesten die klangvollen Hexameter deklamieren. Es war der Zündfunke für die Karriere eines der größten lateinischen Schriftsteller, der ein riesiges literarisches Werk schuf. Auf 5,2 Millionen Wörter hat man allein den überlieferten Teil seiner philosophischen und theologischen Schriften, seiner Briefe und Predigten berechnet. Mit seinen Kommentaren zu Schriften des Alten und Neuen Testaments festigte er die Autorität der Bibel. In mehreren Mammutwerken begründete er ein christliches Geschichtsverständnis und vertiefte die katholische Trinitätslehre.
Seine Schriften wurden fortan so wichtig für das Selbstverständnis des Christentums, dass Augustinus als einer der vier großen lateinischen Kirchenväter gilt. Doch seine Entwicklung war alles andere als geradlinig; seine anrührenden Worte „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“ entspringen unmittelbar eigener Lebenserfahrung. In seinem berühmtesten Buch, den „Bekenntnissen“, erzählt er freimütig von seiner Jugend, etwa wie er eines Nachts mit Kameraden einen Birnbaum plünderte und, satt geworden, die meisten Früchte den Schweinen vorwarf. Geboren wurde Augustinus am 13. November 354 im nordafrikanischen Städtchen Thagaste, dem heutigen Souk Ahras in Algerien. Der Vater Patricius gehörte zur städtischen Oberschicht, wenn auch nicht zu ihren reichsten Mitgliedern. Er war Heide, die Mutter Monnica Christin. Die Eltern mussten sparen, um dem Ältesten von drei Kindern das Rhetorikstudium ermöglichen zu können. Es war der Schlüssel zum sozialen Aufstieg, vor allem wenn man in Karthago an der angesehensten Universität Nordafrikas studiert hatte.
Nach dem Abschluss der Schule nabelte sich Augustinus erstmals von den Eltern ab. Er zog in das benachbarte Madauros, heute Madaourouch, um Vorlesungen zu besuchen. Nicht immer sah man ihn im Hörsaal. Er hatte eine neue Liebe entdeckt, das Theater, in dem reisende Schauspielertruppen klassische Tragödien und Komödien als Pantomimen aufführten. Doch nach wenigen Monaten kam Augustinus ins Elternhaus zurück, um den Vater nicht zu arg zu schröpfen. Es dauerte noch eine Weile, bis Patricius das Geld für Karthago beisammen hatte. Für den Sohn war es die Gelegenheit, in den Tag hinein zu leben, mit Sport am Nachmittag und Unfug wie dem Birnendiebstahl in der Nacht. Wer ihn auf dem Sportplatz erlebte, dem fiel auf, dass er stets der Erste und Beste sein wollte, schmutzige Tricks nicht scheute, aber lauthals meckerte, wenn er selbst gefoult wurde. Wenn Augustinus mit seinen Kameraden zusammenstand und alle mit ihren tatsächlichen oder erfundenen erotischen Erfahrungen prahlten, war er derjenige, der die pikantesten Abenteuer erlebt haben wollte.
Mit 17 Jahren ging Augustinus endlich nach Karthago. Die Großstadt mit ihren Schauspielen und den Vergnügungen am Hafen überwältigte den jungen Mann aus der Provinz, der noch nie das Meer gesehen hatte. Auch die Sexualität machte ihm zu schaffen. Bald fand er eine Frau, mit der er in anerkannter formloser Verbindung, dem Konkubinat, zusammenlebte. Nach einem Jahr gebar sie ihm den Sohn Adeodatus, den „von Gott Geschenkten“. Den Namen gab ihm gewiss die fromme Konkubine. Denn Augustinus war alles andere als ein glücklicher Vater. Wie die Frau hieß, hat er nie verraten; seine Freizeit verbrachte er statt mit der Familie lieber im Theater oder mit seinen neuen Freunden. Das Studium der Philosophie und Rhetorik vernachlässigte er freilich nicht, und rasch bewies er seine Begabung auf beiden Feldern. Zu seiner Lieblingslektüre wurde Ciceros „Hortensius“, ein Dialog über Jenseits und Ewigkeit.
Seine erwachenden religiösen Bedürfnisse befriedigte er im Manichäismus, der schärfsten Konkurrenz des Christentums. Seit der aus dem Irak stammende Stifter Mani im 3. Jahrhundert die Lehre von Licht und Finsternis als den beiden Grundprinzipien des Weltalls verkündet hatte, verbreitete sich seine Lehre schnell bis nach Indien, Persien und Nordafrika. Augustinus blieb allerdings ein kritischer Manichäer. Ihm stieß auf, dass die vegetarische Lebensweise der sogenannten Auserwählten oft ebenso vorgetäuscht war wie ihre Keuschheit. Sie verrieten sich, wenn sie ihre Jünger über die unfruchtbaren Tage der Frau aufklärten. Sobald er das vierjährige Studium beendet hatte, kehrte Augustinus 374 nach Thagaste zurück, um eine Schule zu eröffnen. Als die Mutter, inzwischen Witwe geworden, erfuhr, er huldige dem Mani, verbot die strenge Katholikin ihm ihr Haus. Ein Freund der Familie bot ihm Unterschlupf. Die ersten Schüler sammelten sich um ihn, unter ihnen Alypius, mit dem den Älteren bald eine lebenslange Freundschaft verband. Für das geistige Leben Thagastes wäre Augustinus ein Gewinn geworden. Doch der Tod eines befreundeten und Christ gewordenen Altersgenossen erschütterte ihn so stark, dass er nach Karthago zurückkehrte, wo er eine Professur für Rhetorik erhielt. Sechs Jahre lehrte er, immer mehr verärgert über die Rüpel in seinen Vorlesungen. Ob er seine Mutter freudig begrüßte, die ihn eines Tages überraschte und sich bei ihm einquartierte? Zweifel sind angebracht. Sollte er nicht noch einmal etwas Neues probieren? Er beschloss, sein Glück in Rom zu versuchen. An einem Sommerabend 382 bestieg er ein Schiff nach Italien.
Zuvor beging er eine Sünde, die ihm später besonders naheging: Mit einer Notlüge schüttelte er seine Mutter ab, die gern mitgekommen wäre, um ihn nicht nur aus der Ferne mit Gebeten zu beschützen. In Rom musste sich der Neuling als Privatlehrer durchschlagen, unterstützt nur von einem reichen Manichäer. Studenten vergällten ihm auch hier das Leben: Sie prellten ihn um das Hörergeld, indem sie kurz vor Abschluss des Schuljahres zu einem anderen Lehrer überliefen. Die Misere endete nach einem Jahr. Augustinus gewann die Konkurrenz um einen staatlichen Lehrstuhl für Rhetorik in Mailand, der Residenz des weströmischen Herrschers. Nun war er wohlbestallter Professor in der kaiserlichen Metropole mit Familie und großem Haus, in dem sich bald Monnica und weitere Verwandte und Freunde aus der Heimat einfanden. Augustinus hätte also mit dem neuen Leben und der Lehrtätigkeit zufrieden sein können. Zudem wuchs sein öffentliches Ansehen, seit er eine Geburtstagsrede auf den minderjährigen Kaiser Valentinian II. gehalten und die Hofgesellschaft samt den hohen Beamten mit seinem Können beeindruckt hatte. Doch zwei Herausforderungen trieben ihn um: die neuplatonische Philosophie und der Bischof Ambrosius. Der aus dem Hochadel stammende Inhaber des Mailänder Bischofsstuhls war Stadtgespräch. Er mischte sich in die hohe Politik ein und war die katholische Speerspitze gegen die Arianer und ihre Gesinnungsgenossen in der kaiserlichen Familie. Für diese Häretiker war Jesus zwar Gottes Sohn, aber nicht „gleichen Wesens mit dem Vater“, wie das Glaubensbekenntnis lehrte, das 325 auf dem Konzil von Nicäa verabschiedet worden war. An Ambrosius’ Sieg in diesem Konflikt war dessen begeisterter Anhängerin Monnica mehr gelegen als ihrem Sohn, den mehr der glänzende Kanzelredner interessierte. Auch ein Professor könne noch dazulernen, sagte er sich und ging in die Gottesdienste des Bischofs, um seine rhetorische Technik zu studieren.
Zunächst versuchte er, den Inhalt der Predigten zu überhören. Doch bald begann er, sich mit den Themen des Predigers zu beschäftigen. Er folgte Ambrosius’ Rat und vertiefte sich in die Bibel, über deren simplen Stil er früher wie so mancher Intellektuelle die Nase gerümpft hatte. Dabei entdeckte er zwischen Christentum und Philosophie manche Gemeinsamkeiten. Zur gleichen Zeit erfuhr er von mehreren prominenten Konversionen, die ihn tief bewegten. Um selbst diesen Schritt zu wagen, bedurfte es nur noch eines kleinen Anstoßes, denn vom Manichäismus hatte er sich innerlich schon seit längerer Zeit verabschiedet. Der Moment kam eines Tages im Garten seines Hauses, wo er in der Nachbarschaft eine Kinderstimme hörte: „Nimm und lies, nimm und lies!“ War das nicht ein göttlicher Wink? Er griff zur Bibel, die auf einem Gartentisch lag, schlug zufällig den Römerbrief des Paulus auf und las mitten in den Mahnungen des Apostels im 13. Kapitel: „… nicht in Schwelgerei und Trunkenheit, nicht im Bett und in Unzucht, nicht in Streit und Eifersucht, sondern zieht an den Herrn Jesus Christus, und macht euch keine Sorgen um die Lüste des Fleisches!“.
Der Würfel war gefallen – er würde ein christliches Leben beginnen. Der Bekehrte zeigte die Stelle dem anwesenden Alypius, der weiterlas bis zu den Worten: „Den Schwachen aber im Glauben nehmt an!“ Der Befehl musste sich auf ihn selbst beziehen, und auch der Freund bekehrte sich.
[Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe]












