Gemeindebrief der Evangelischen Gemeinde Pattaya
01.03.2026 Ausgabe 03/2026
Liebe Schwestern und Brüder in Christo,
ein ereignisreicher Monat Februar liegt hinter uns und mit dem kommenden Monat Maerz nähern wir uns allmählich dem Ende der Saison 25/26 auch hier in Pattaya.
Dank unseres umtriebigen und ideenreichen Organisators Reiner “Rio” Stauch und vieler ehrenamtlich helfender Hände haben wir auch in diesem Jahr wieder mit über 100 Gästen eine wunderbare Karnevalsfeier unter dem Motto “Abenteuer in Rio” erleben dürfen. Hier noch einmal ein paar optische Eindrücke dieses schönen Abends.
Des Weiteren haben wir mit jeweils 20-30 Teilnehmern zwei weitere beliebte und offene Gemeindeausfluege unternommen. Am 10.02. haben wir einige historische Stätten in der alten Hauptstadt Ayutthaya besucht.
und am 24.02. fuehrte uns die letzte Tagestour dieser Saison mit dem Boot auf dem Chao Phraya von Nonthaburi aus zum bekannten Wat Pho.
Die Ausflüge der kommenden Saison 26/27 werden ab dem 4. Quartal auf der Website des Begegnungszentrum Pattaya unter der Rubrik "Reisetips" publiziert. Dank an alle, die dabei waren, es hat Spaß gemacht.
Das Begegnungszentrum und unsere Gemeinde findet immer mehr Interesse. Deshalb war ich zu Gast bei Stefan Fabro und Wolfgang Payer, wo ich im Rahmen zweier Podcasts, die in Bälde online gehen, über die Arbeit der Gemeinde und des Begegnungszentrums interviewt wurde.
Auch die Youtuber Samy und Markus waren im Februar bei uns zu Gast im Begegnungszentrum, wo ein weiterer Podcast aufgezeichnet wurde.
Auch von dem in Kürze scheidenden deutschen Botschafter, Dr. Ernst Reichel, habe ich mich im Rahmen eines Besuches in der Residenz persönlich verabschieden können, in diesem Zusammenhang vielen Dank für die persoenli9cen Sachspenden, Herr Botschafter!
Im Rahmen dieses Besuches hatte ich auch die Möglichkeit eines Gedankenaustausches mit Herrn Harry Kofi Brako Quakyi, zuständig für Pressearbeit und Kultur, und Herrn David Baumgärtner, dem Leiter der Rechts- und Konsularabteilung.
Unsere beiden Gottesdienste waren mit jeweils knapp 50 Teilnehmern auch im Februar wieder gut besucht.
Vor uns liegt ein spannender und abwechslungsreicher Monat März u.a. mit der beleibetn “Oldies Night”, unserer letzten Abendveranstaltung in dieser Saison, drei Gottesdiensten und vielen attraktiven Freizeitangeboten und Gesprächsmöglichkeiten in unserem Begegnungszentrum.
In diesem Sinne ihr Lieben, bleibt stabil und behütet,
Ihr und euer Pastor Peter
Ausradiert – zwei Frauen in militärischen Führungspositionen
Wenn es um militärische Auseinandersetzungen geht, wird meist über männliche Soldaten, männliche Heerführer und männliche Herrscher gesprochen. Shelamzion Alexandra und Judit waren jedoch zwei Frauen, die nicht nur militärisch aktiv waren, sondern militärische Führungspositionen innehatten. Doch was wurde aus ihren Geschichten im Laufe der Jahrhunderte?
Shelamzion Alexandra, auch Salome Alexandra genannt, war von 103-67 vC Königin des Hasmonäerreiches. Ihr Mann Alexander Jannäus führte eine aggressive und erfolgreiche Expansionspolitik, die zur Erweiterung und Sicherung des Reiches führte. Im Kontext dieser Expansionspolitik belagerte er die Festung Ragaba und fiel während dieser 76 vC. Trotz seiner erwachsenen Söhne übertrug er jedoch seiner Frau die Herrschaft, die daraufhin neun Jahre Alleinherrscherin war. Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus, der als Hauptquelle für das Leben von Shelamzion Alexandra dient, schreibt ihr die Eroberung der Festung nach dem Tod ihres Mannes zu und berichtet von weiteren militärischen Aktivitäten: „Sie verdoppelte ihre Kriegsmacht durch immer neue Werbungen und brachte auch eine nicht unbeträchtliche Fremdenlegion zusammen, so dass sie sich nicht bloß des eigenen Volkes versicherte, sondern auch bedrohlich für die auswärtigen Mächte wurde“ (Jüd. Krieg 1,112). Außerdem habe sie die Invasion des Reiches durch Tigranes von Armenien mithilfe von Verträgen und Geschenken verhindert. Josephus berichtet auch von der Zuneigung der Bevölkerung, einer stabilen Regierung durch ihre Frömmigkeit und von der Königin als gute Verwalterin. In rabbinischer Literatur wird von beispiellosem Wohlstand während ihrer Herrschaft gesprochen.
Judit – die fiktive Shelamzion Alexandra?
Judit, die Hauptfigur und Namensgeberin des biblischen Buches, nimmt ebenso wie Shelamzion Alexandra eine führende militärische Position ein. Die fiktionale Erzählung berichtet von einem brutalen Kriegszug des assyrischen Heers unter der Leitung von Holofernes, der die fiktive Stadt Berthulia in Israel belagert. Die Ältesten dieser Stadt möchten vorerst kapitulieren, um die Zerstörung der Stadt zu verhindern. Judit widerspricht diesem Plan jedoch. Sie geht daher in das Lager der Belagerer, schlägt dort Holofernes den Kopf ab, bringt diesen zurück in die Stadt, hält eine strategische Rede und führt den sich anschließenden militärischen Angriff an. Dieser endet erfolgreich. Judits Verhalten weist einige Unterschiede zu dem von Debora und Jaël, zwei weiteren Frauen in militärischen Kontexten innerhalb der Bibel, auf. Judit entwickelt Pläne durch ihr eigenes Wissen und erlangt durch deren Gelingen Autorität. Gleichzeitig wird sie als sehr fromme Frau und als Werkzeug Gottes charakterisiert. Debora hingegen erlangt Autorität durch ihre Gabe der Prophezeiung und bleibt in ihrem eigenen Handeln passiv. Jaël handelt zwar eigenständig, jedoch ergreift sie eine günstige Gelegenheit und handelte nicht aufgrund eines Plans. Durch die Entstehungszeit des Juditbuches in der Hasmonäerzeit und die Darstellung von Judit als frommer Retterin Israels vertritt die Theologin Tal Ilan die These, dass es sich bei der Figur Judit um eine fiktive Version von Shelamzion handle. Diese These konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Zwei Frauen, ein Schicksal
Unabhängig davon, ob ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Frauen besteht, teilen sie jedoch das gleiche Schicksal: Im Laufe der Traditionsgeschichte wurden beiden Frauen ihre militärischen Errungenschaften und Führungspositionen abgesprochen. So verschlechterte sich die Meinung von Flavius Josephus über Shelamzion Alexandra in seinem späteren Werk Jüdische Altertümer deutlich. Die weibliche Herrschaft sei unnatürlich und für den Untergang des Hasmonäerreiches verantwortlich. Josephus’ Einschätzungen sind zum Teil sehr widersprüchlich. So sei die Königin einerseits eine Marionette der Pharisäer, andererseits ließe sie sich nicht von den Pharisäern beeinflussen und setze ihre Macht in militärischen Anliegen durch. Ihre Herrschaft wird später außerdem als Übergangsherrschaft bis zum Erwachsenwerden ihrer Söhne umgedeutet. In späterer rabbinischer Literatur wird ihr ein Bruder als Vormund an die Seite gestellt, wodurch sie ihre herrschende Autorität verliert. In weiteren Texten bleiben ihre militärischen Aktivitäten völlig unerwähnt, da sich diese auf eine angebliche erste Ehe mit dem Bruder ihres Mannes fokussieren.
Die Änderungen im Buch Judit beginnen mit der lateinischen Fassung von Hieronymus, der in seiner Übersetzung die Rede von Judit deutlich kürzt und so ihre militärische Autorität drastisch schmälert. In frühchristlicher Literatur wird die Witwe zur Jungfrau gemacht, die durch die Köpfung von Holofernes nicht ihre Stadt, sondern ihre eigene Keuschheit verteidigt. In weiteren Texten werden Judit ein Ehemann oder andere männliche Verwandte an die Seite gestellt, die ihr Handeln beeinflussen und so ihr eigenständiges Tun auslöschen. Sie wird auch zu einer Prostituierten, die mit dem Feind schläft, oder zu einer Unreinen degradiert.
Die Aufarbeitung ist nicht abgeschlossen
Insgesamt zeigt sich, dass die Darstellungen dieser beiden Frauen im Laufe der Geschichte so verändert wurden, dass ihre militärischen Aktivitäten und Führungspositionen in den Hintergrund rückten oder völlig ausradiert wurden. Diese Änderungen lassen sich auf die Anpassung an ein damals vorherrschendes Frauenbild zurückführen. Die Aufarbeitung dieser Frauenfeindlichkeit begann erst Anfang der 2000er-Jahre und ist bis heute nicht abgeschlossen. Wenn der Blick auf Frauen in militärischen Kontexten ausbleibt, dann bleiben die militärischen Erfolge dieser beiden Frauen weiterhin ausradiert.
[Von Stina Lagemann in: WELT UND UMWELT DER BIBEL 4/2024 ]
Zwischenstand Reinigung unserer Bibliothek
Letzte Woche Freitag haben wir damit begonnen, die Bibliothek zu säubern, unzubauen, auszusortieren und mit Neuzugängen zu befüllen. Insgesamt sieben Personen haben erfolgreich gegen Staub und Feuchtigkeit angekämpft. Diese waren auch hauptverantwortlich dafür, dass ein nicht geringer Teil des etwa 4000 Bücher umfassenden Bestandes entsorgt werden musste. Es warten aber bereits 700 neue Bücher darauf, in den nächsten zwei bis drei Wochen in die Regale einsortiert zu werden. Die Nutzer unserer nach wie vor kostenlosen Bibliothek dürfen sich auf eine neue, große Auswahl in den beliebten Genres freuen. Wir freuen uns darauf, dass ihr dieses ehrenamtliche Engagement nicht nur nutzt, sondern auch mit einer Spende honoriert. Dank und Gruß von Dietmar und den Bücherwürmern.
Humor I
Der Religionslehrer will wissen, was sich die Schüler von der letzten Unterrichtsstunde gemerkt haben. Er bittet Fritzchen: „Erzähle uns doch, was du über Moses Herkunft weißt.“ „Seine Mutter war eine Prinzessin in Ägypten!“ „Aber nein, Fritzchen, du hast nicht zugehört - die Tochter des Pharao war doch nicht seine Mutter, sie hat ihn beim Baden im Nil in einem Körbchen im Schilf gefunden.“ „Ja, das hat behauptet sie!“
Humor II
Hochwürden kommt von einer Reise nach Tschechien mit zwei Flaschen Becherovka zurück. Kurz vor der Grenze bekommt er jedoch wegen des Kräuterschnapses ein schlechtes Gewissen und da er den Zollbeamten nicht belügen will und darf, packt er die zwei Flaschen aus und klemmt sie sich unter beide Arme. Bei der Zollkontrolle erkundigt sich der Beamte, ob er in Tschechien etwas eingekauft habe. Der Pfarrer antwortet ehrlich: „Alles, was ich eingekauft habe, mein Sohn, habe ich anschließend unter den Armen aufgeteilt.“
Unsere nächsten Gottesdienste im März:
Unser Event im März (es sind noch einige Restkarten vorhanden und können bei Khun Jack erworben werden)
Gebet zur Fastenzeit
Herr, nimm mich beiseite und zeige mir die Weite
in der sich mein Herz widerspiegeln soll
und lass mich nicht untergehen.
Herr, nimm mich beiseite bringe mich wieder auf die richtige Spur,
die der Liebe und des Lichtes und lass mich nicht allein.
Herr, nimm mich beiseite in den Gefahren und den Todesnächten,
wache und bete mit mir, auf dass ich nicht verzweifle.
Herr, nimm mich beiseite und erzähle mir deine Wunder und Wege
und tauche mich in das Licht der Liebe.















